Touren im Schwetzinger Hardt

NSG Pferdstrieb, Südteil (Foto: NABU Baden-Württemberg · A. Jendrysik )

Lebensader Oberrhein: Rundweg durch die Hardt zwischen Walldorf und Sandhausen

Sehr abwechslungsreiche Rundtour durch den Hardtwald zwischen Walldorf und Sandhausen mit kulturellen, historischen, geologischen, botanischen sowie faunistischen Besonderheiten. Auch für Familien mit Kindern geeignet, da es während der Tour viele Beobachtungsmöglichkeiten von Tieren wie zum Beispiel Silberreiher, Eisvogel, Ameisenlöwe und Wildbienen gibt. Pflanzen mit besonderen Anpassungen an ihren Standort entdeckt man leicht von den Wegen aus. Die Düne „Pferdstrieb“ bietet einen schönen Ausblick.


Schwierigkeit

leicht


Strecke

6,8 km


Dauer

1:44 h


Aufstieg

11 m


Abstieg

11 m

 Start- und Endpunkt der Rundwanderung (NABU Baden-Württemberg)

Start- und Endpunkt der Rundwanderung

 Hier darf gebaut werden (NABU Baden-Württemberg)

Hier darf gebaut werden

Bizarr geformte alte Buchen am Hardtbach (NABU Baden-Württemberg)

Bizarr geformte alte Buchen am Hardtbach

Hardtbach mit Lutherischer Brücke (NABU Baden-Württemberg)

Hardtbach mit Lutherischer Brücke

Schutzhütte in der Hardt zwischen Walldorf und Sandhausen, für ein Picknick bestens geeignet (NABU Baden-Württemberg)

Schutzhütte in der Hardt zwischen Walldorf und Sandhausen, für ein Picknick bestens geeignet

Winterstimmung im NSG Zugmantel-Bandholz (NABU Baden-Württemberg)

Winterstimmung im NSG Zugmantel-Bandholz

NSG Pferdstrieb (NABU Baden-Württemberg)

NSG Pferdstrieb

NSG Pferdstrieb, Südteil (NABU Baden-Württemberg)

NSG Pferdstrieb, Südteil

 Sandstrohblumeim NSG Pferdstrieb (NABU Baden-Württemberg)

Sandstrohblumeim NSG Pferdstrieb

Dr. Katrin Fritzsch, Biologin und Projektleiterin für „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ (NABU Baden-Württemberg)

Dr. Katrin Fritzsch, Biologin und Projektleiterin für „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“


Start

Spielplatz an der Waldschule, Am Wald/St. Illgener Str.


Ziel

Spielplatz an der Waldschule, Am Wald/St. Illgener Str.


Wegbeschreibung

Start- und Zielpunkt der Tour ist der Spielplatz an der Waldschule in Walldorf. Familien mit Kindern sollten hier etwas mehr Zeit einplanen – zumal angrenzend an den Spielplatz ein Walderlebnisgelände ausgewiesen ist. Hier darf gebaut werden – Hütten, Unterstände, Lager – und das sogar ganz offiziell auch mit Hammer und Nagel.

Für meine Rundtour nehmen wir an der Weggabelung vor dem Spielplatz den linken Weg, der uns in den Hardtwald hineinführt. Neben Laubbäumen fallen besonders die Kiefern ins Auge, viele mit Misteln in der Krone. Nach wenigen Metern kann man rechts im Wald einen Buckel erkennen. Diese kleine Erhebung wird noch heute als „Maulbeerbuckel“ bezeichnet. Wie auch an anderen Stellen in der Kurpfalz (beispielsweise unter den Kurfürsten Karl-Ludwig und Karl-Theodor bei Schwetzingen und an der Bergstraße oder durch die Großherzogin Stephanie von Baden vor den Toren Mannheims) wurden hier Maulbeerbäume für die Zucht des Seidenspinners angepflanzt. Alle Projekte zur Produktion von Seide schlugen jedoch fehl. Bis heute findet man in der Kurpfalz aber noch Maulbeerbäume als Zeugen dieser Versuche. Auf dem „Maulbeerbuckel“ gibt es allerdings keine mehr.

Wir folgen dem Weg und gelangen zur „Lutherischen Brücke“ über den Hardtbach. Der Name der Brücke erinnert an die Walldorfer Lutheraner, die früher  keine eigene Kirche in Walldorf hatten. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts gingen die Kirchgänger an Sonn- und Feiertagen zu Fuß über die damals steinerne Brücke zur Gemeinde nach Leimen. Vor wenigen Jahren wurde hier eine neue, überdachte Brücke aus heimischen Hölzern errichtet. Beim Blick auf den Hardtbach fallen die recht hohen und steilen Dämme auf: Sie dienen dem Hochwasserschutz . Nichtsdestotrotz kann man hier im Sommer die Füße kühlen und mit etwas Glück sogar Silberreiher und Eisvogel beobachten. Auch lohnt ein Blick in den Bach selbst. Mit kleinen Keschern kann man eine Vielzahl von Wassertieren beobachten. Das hierbei die Regeln zum Schutz der Natur beachtet werden, versteht sich von selbst.

Wir laufen über die Brücke und kommen an eine Wegabzweigung mit einer Wegenetzkarte und Hinweis auf das Naturschutzgebiet „Zugmantel-Bandholz“. Wir nehmen den linken Weg und folgen diesem ein kurzes Stück bis zum Abzweig eines kleinen Waldpfades auf der rechten Seite. Dieser Pfad führt uns mit einer Rechtskurve oberhalb der ehemaligen, teils verfüllten Sandabbaugrube entlang. Der besondere Reiz des Naturschutzgebietes liegt in dem Beieinander von trockenen und nassen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere:

  • zum einen den Sandfluren an der Abbruchkante als Lebensraum für trockenheitsertragende Pflanzen wie Scharfer Mauerpfeffer und Silbergras und eine Fülle von Insekten
  • und zum anderen den durch Grundwasser entstandenen Wasserflächen am Grund der Grube – Lebensraum für Libellen, Amphibien und Wasservögel. Vom Pfad aus haben wir immer wieder schöne Ausblicke über das Gebiet. Hinweistafeln machen auf die Besonderheiten des Naturschutzgebietes aufmerksam.

Wir verlassen das Naturschutzgebiet dem Pfad geradeaus folgend und stoßen wieder auf einen Waldweg, dem wir links bis zu einer Schutzhütte folgen. Hier befinden sich Sitzmöglichkeiten für ein Picknick. An der Schutzhütte laufen wir wieder links, überqueren die L 598 (keine Ampelanlage!) und verlassen den Waldweg auf der anderen Seite beim ersten rechts abzweigenden Pfad. Dieser steigt merklich an und wir  wenige Minuten später stehen wir auf der Düne „Pferdstrieb“, dem südlichen Teil des gleichnamigen Naturschutzgebietes. Der Name bezieht sich auf die historische Nutzung als Waldweide. Die starke Abbruchkante auf der Nordostseite der Düne ist allerdings, wie im Naturschutzgebiet „Zugmantel – Bandholz“, nicht natürlichen Ursprungs, sondern durch Sandabbau entstanden. 1960 wurde der Dünenzug beim Straßenbau in zwei Teile durchschnitten. Der nördliche Teil der Düne wurde zum Schutz eingezäunt, der südliche Teil ist durch einen Pfad erschlossen. Das Naturschutzgebiet zählt aus naturschutzfachlicher Sicht zu den bemerkenswertesten Dünengebieten Baden-Württembergs. Hinweistafeln informieren anhand von Beispielen über die hohe Bedeutung des Gebietes.

Vom Dünenrücken aus hat man in nördlicher Richtung bei guter Sicht Ausblick auf  Bergstraße und Odenwald. Für den Rückweg nach Walldorf laufen wir den Dünenpfad in Richtung Nordost abwärts, halten uns rechts und queren erneut die L598 (Ampelanlage!). Auf der anderen Straßenseite nehmen wir den Pfad am Waldrand entlang. Wanderer mit Kinderwagen laufen am besten auf dem befestigten Weg (Seeweg) geradeaus und biegen an der nächsten Wegkreuzung rechts ab. Am Wald treffen beide Wege wieder zusammen. Weiter geht es mit einem kurzen, aber recht steilen Anstieg in den Wald hinein und nach wenigen Schritten sehen wir die vom Hinweg schon bekannte Schutzhütte mit Picknickmöglichkeit wieder. Dem Waldweg folgend gelangt man zum Start- und Zielpunkt am Spielplatz zurück.

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